Dr. Peter Grewe

Myofasziales Schmerz-Syndrom

Myofaszialer Schmerz – ein neues Paradigma in der Schmerzmedizin

Schmerzen und Funktionsstörungen des Bewegungssystems können unterschiedliche Ursachen haben. Viele Schmerzen des Bewegungssystems haben ihren Ursprung in der Muskulatur.

Die Muskulatur als primäre Ursache von Schmerzen und Funktionseinschränkungen wurde lange Zeit vernachlässigt. In den vergangenen Jahrzehnten haben vor allem Frau Dr. Janet Travell und Prof. Dr. David Simons aus den USA die Muskulatur ins Zentrum ihrer wissenschaftlichen Arbeit gestellt. Die Muskulatur hat einen großen Einfluss auf Störungen des Bewegungssystems und kann sowohl akute als auch chronische Schmerzzustände direkt verursachen. Travell und Simons zeigen auf, dass die von ihnen beschriebenen „myofaszialen Triggerpunkte“ sehr häufig als dominanter Krankheitsfaktor für Schmerzen und Funktions- einschränkungen im muskuloskelettalem System verantwortlich sind.

Durch Überlastung oder traumatische Überdehnung entstehen in einem Muskel häufig Zonen, die unter einer Sauerstoffunterversorgung leiden (Hypoxie). In der Folge können sich in diesem Bereich die Myosin- und Aktinfilamente nicht mehr voneinander lösen (Rigorkomplex). Diese erkrankten Muskelstellen sind tastbar (Triggerpunkte). Durch Provokation mittels Druck wird ein Schmerz ausgelöst, der oft in andere Körperregionen übertragen wird (referred pain). 
Aber nicht nur Schmerzen, auch Parästhesien, Muskelschwäche ohne primäre Atrophie, Bewegungseinschränkungen, propriozeptive Störungen mit Beeinträchtigung der Koordination und autonome vegetative Reaktionen können durch Triggerpunkte verursacht werden. Die Summe der Symptome, ausgelöst durch einzelne aktive Triggerpunkte, wird als "Myofasziales Schmerz-Syndrom" bezeichnet. 
Durch eine geeignete Therapie läßt sich diese Pathologie in der Regel auch nach langer Zeit wieder beseitigen.        

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Besondere Aufmerksamkeit wird in der Triggerpunkt-Therapie (nach Dejung) der Tatsache geschenkt, dass der Ort der Schmerzursache (Triggerpunkte s.X) und der Ort der Schmerzempfindung (rot) häufig an verschiedenen Körperstellen lokalisiert sind („referred pain"-Phänomen).

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