Dr. Peter Grewe

Reaktionen nach Neuraltherapie

Therapieeffekte nach der neuraltherapeutischen Behandlung

Bei der Neuraltherapie wird mittels dem Neuraltherapeutikum Procain ein gezielter Reiz in das vegetative Nervensystem gegeben. Die Reizantwort des Organismus dient als diagnostischer Hinweis für das Vorliegen eines Störfeld, welches das vegetative Nervensystem überreizt. 
Die möglichen Reaktionen des Körpers auf die Neuraltherapie sind im Folgenden dargestellt (nach Hopfer):

1. Sekundenphänomen: Durch die Injektion eines Neuraltherapeutikums in das schuldige Störfeld verschwinden sofort alle von ihm ausgelösten Fernstörungen, soweit es anatomisch möglich ist. Die völlige Beschwerdefreiheit hält im Zahn-Kiefer-Bereich mindestens sechs bis acht Stunden, in allen anderen Körperregionen mindestens 20 Stunden an. Falls die Beschwerden wieder auftreten, muss der Therapieffekt 100%ig reproduzierbar sein und länger anhalten, als bei der vorhergehenden Behandlung. Im Zahn-Kiefer-Bereich kommt es leider häufig je nach verwendeter Technik zu falsch negativen Befunden.

2. Biphasische Reaktion: Zunächst tritt schlagartige Verbesserung ein, die dann langsam abklingt und in eine reaktive Verschlimmerung umschlägt. Diese kann bis über Stunden und bis zu einem Tag anhalten. Diese Verschlimmerung betrifft aber weniger die ursprünglichen Symptome als vielmehr das Gefühl der Zerschlagenheit, wie es auch nach einer Massage bekannt ist.

3. SofortphänomenEs kommt zu einer schlagartigen Verbesserung. Alle weiteren Vorraussetzungen des Sekundenphenomäns (s.o. zu 1.) werden nicht erfüllt. Es ist ein Hinweis für die Nähe eines Störfeldes.

4. Spätphänomen: Die Reaktion tritt erst nach Verzögerung ein. Es werden alle Bedingungen des Sekundenphenomäns erfüllt. Das Störfeld wurde schlagartig ausgeschaltet, aber da die Regeneration am Ort der Erkrankung langsamer abläuft, spürt der Patient erst nach einiger Zeit die Wirkung der Störfeldausschaltung durch das Abklingen seiner Symptome.

5. Reaktionsphänomen: Die Lokalbehandlung löst eine Zunahme der Beschwerden aus. Dann ist immer an ein Störfeld zu denken. Die nachfolgenden Behandlungen können zu zwei verschiedenen Reaktionen des Körpers führen:
a) Bei einer zweiten und dritten Behandlung kommt es meist zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden. Es handelt sich um eine reaktive Schmerzzunahme zu Behandlungsbeginn, wie sie auch bei Massagen festgestellt werden kann.
b) Bei den nachfolgenden Behandlungen wird konstant eine Verschlechterung ausgelöst, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Krankheit störfeldbedingt ist. Das heißt, wir belasten den Symptomort nur mit weiteren Reizen, und deshalb nimmt die Symptomatik zu. In diesem Fall muss das schuldige Störfeld gesucht und behandelt werden.

6. Retrogrades Phänomen: Durch die lokale Neuraltherapie am Schmerzort treten plötzlich Schmerzen an entfernter Stelle im ursächlichen Störfeld (sogen. „retrogrades Störfeld“) auf. Erst nach der neuraltherapeutischen Behandlung dieses ursächlichen Störfeldes tritt der Heilerfolg am schmerzenden Ort ein.

7. Euophorie: Die Ausschaltung eines Störfeldes kann eine Euphorie hervorrufen. Es handelt sich dabei nicht um eine Medikamenten-wirkung durch das Neuraltherapeutikum. Bei Wiederholung der Behandlung wird die Euphorie geringer.

8. Zwangsweinen: Es tritt auf, wenn durch eine Störfeldtherapie die vegetative Neuregulation gebahnt wurde. Es sind keine Schmerzen, die dieses Weinen auslösen, sondern es ist wie ein befreiendes Weinen, ohne dass der Patient dies unterdrücken kann. Oftmals ereignet es sich, dass der Patient zugleich lacht und weint. Auch hier handelt es sich nicht um eine Medikamentenwirkung. Bei der nächsten Sitzung wird dieses Phenomän wenn überhaupt dann nur sehr abgeschwächt auftreten.

9. Knallkopf: Die plötzliche Rötung des Halses und des Kopfes verbunden mit Hitzegefühl ist ein Hinweis, dass durch die Neuraltherapie ein Störfeld gefunden wurde.

10. Müdigkeit: Nach erfolgreicher neuraltherapeutischer Behandlung tritt relativ häufig nach kurzer Zeit eine massive Müdigkeit auf. Dies ist ein Hinweis, dass die notwendige vegetative Umstimmung eingetreten ist und die Behandlung gut ansprechen wird.

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