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Wegweiser für ein schmerzfreies Leben
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Warum kehren meine Beschwerden immer wieder zurück?
von Dr. Peter Grewe | 16. Juni 2026 | CMD, CMD Experte, CMD-Behandlung, Nacken, Psyche, Schmerztherapie | 0 Kommentieren
Viele Patienten stellen sich diese Frage, besonders wenn bereits Schienen, Physiotherapie, Osteopathie oder andere Behandlungen geholfen haben – die Beschwerden aber nach einiger Zeit zurückkehren.
Die Erfahrung zeigt: CMD ist selten ein rein mechanisches Problem des Kiefergelenks. Häufig sind mehrere Faktoren gleichzeitig beteiligt. Wird nur einer davon behandelt, können die Beschwerden vorübergehend besser werden, später aber erneut auftreten.
Deshalb schauen wir bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden noch einmal genauer hin:
- Gibt es Zähne oder Zahnkontakte, die den Bewegungsablauf des Kiefers stören?
- Liegen stille Entzündungen im Mund- oder Kieferbereich vor, beispielsweise chronische Zahnherde, verlagerte Weisheitszähne, Zysten oder eine nicht vollständig ausgeheilte Parodontitis?
- Arbeiten die Haltemuskulatur und die Bewegungsmuskulatur im Mund- und Kopfbereich harmonisch zusammen?
- Gibt es Fehlhaltungen von Kopf, Nacken oder Körper, die ständig neue Spannungen erzeugen?
- Steht das vegetative Nervensystem dauerhaft unter Belastung und findet nicht mehr ausreichend in die Regeneration zurück?
Besonders häufig beobachten wir, dass der Körper zwar auf eine Behandlung anspricht, jedoch eine bisher unerkannte Belastung im Hintergrund bestehen bleibt. Diese wirkt wie ein permanentes „Grundrauschen“ auf das Nervensystem und verhindert, dass die Selbstheilungskräfte dauerhaft zur Ruhe kommen.
Deshalb besteht eine erfolgreiche CMD-Therapie nicht nur aus der Behandlung von Symptomen. Entscheidend ist, die Faktoren zu erkennen, die die Beschwerden immer wieder neu auslösen oder aufrechterhalten.
Unser Ziel ist es nicht, Schmerzen kurzfristig zu unterdrücken, sondern die Ursachen zu verstehen, die den Körper daran hindern, dauerhaft in sein natürliches Gleichgewicht zurückzufinden.
Wie hängen Kiefer, Mundraum, Nacken und Nervensystem zusammen?
von Dr. Peter Grewe | 16. Juni 2026 | CMD, CMD Experte, CMD-Behandlung, Kiefergelenk, Nacken | 0 Kommentieren
Viele Menschen mit CMD leiden nicht nur unter Kieferbeschwerden. Häufig kommen Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrgeräusche, Konzentrationsstörungen oder ein Gefühl von ständiger Anspannung hinzu.
Der Grund: Kiefer, Mundraum, Nacken und Nervensystem arbeiten als funktionelle Einheit eng zusammen. Veränderungen in einem Bereich wirken sich oft unmittelbar auf die anderen Bereiche aus.
Die Verbindung zwischen Kiefer und Nacken
Die Kaumuskulatur gehört zu den kräftigsten Muskeln des Körpers. Sie ist über Muskeln, Faszien und Nervenbahnen direkt mit der Halswirbelsäule und der gesamten Haltemuskulatur verbunden.
Steht der Kiefer unter Spannung, reagiert häufig auch der Nacken. Die Kopfhaltung verändert sich, Ausgleichsbewegungen entstehen und die Belastung kann sich bis in Schultern und Rücken fortsetzen.
Dabei geht es nicht nur um die Kaumuskulatur. Für eine gesunde Funktion müssen Kieferhalter und Kieferbewegungsmuskulatur koordiniert zusammenarbeiten. Oft zeigt sich bei CMD-Patienten, dass die stabilisierende Haltemuskulatur ihre Aufgabe nicht ausreichend erfüllt und die Bewegungsmuskulatur dauerhaft kompensieren muss.
Im Straßenverkehr gilt: Erst anschnallen, dann losfahren.
Dasselbe Prinzip gilt auch im Mundraum. Zunächst braucht es Stabilität durch die Haltemuskulatur, erst dann können Bewegungen harmonisch und beschwerdearm ablaufen.
Die besondere Bedeutung des Mundraums
Eine zentrale Rolle spielt die Zunge.
Ihre Position beeinflusst:
- die Stellung des Unterkiefers
- die Stabilität von Kopf und Halswirbelsäule
- die Qualität der Atmung
- die Aktivität wichtiger Muskelketten des gesamten Körpers
Liegt die Zunge dauerhaft zu tief im Mund oder arbeitet sie nicht harmonisch mit den übrigen Strukturen zusammen, können ungünstige Spannungsmuster entstehen, die sich auf Kiefer, Nacken und Körperhaltung auswirken.
Die Rolle des Nervensystems
Das vegetative Nervensystem steuert viele Körperfunktionen unbewusst. Es reagiert empfindlich auf chronische Belastungen, Stress, Entzündungen und dauerhafte Muskelanspannung.
Ein überreiztes Nervensystem führt häufig zu:
- erhöhter Muskelspannung
- verminderter Anpassungsfähigkeit
- schnellerer Erschöpfung
- einer dauerhaften Alarmbereitschaft des Körpers
Viele Patienten beschreiben diesen Zustand mit den Worten: „Ich stehe ständig unter Strom.“
Dadurch fällt es dem Körper schwer, in einen Zustand von Regeneration und Selbstheilung zurückzufinden.
Was häufig übersehen wird
Bei der Suche nach den Ursachen betrachten wir nicht nur die Zähne und den Biss.
Zunächst prüfen wir, ob im Mund- und Kieferbereich Belastungen vorhanden sind, die das Nervensystem dauerhaft reizen können. Dazu gehören beispielsweise:
- verlagerte Weisheitszähne
- chronische Zahnfleischentzündungen
- versteckte Zysten
- anhaltende Parodontitis
- andere stille Entzündungsprozesse
Solche Belastungen wirken oft wie ein dauerhaftes Hintergrundrauschen auf das vegetative Nervensystem. Die Selbstregulation des Körpers wird erschwert, obwohl äußerlich oft wenig sichtbar ist.
Mit Methoden der Neuraltherapie lässt sich häufig untersuchen, ob solche Bereiche Einfluss auf das vegetative Nervensystem nehmen.
Warum Beschwerden immer wieder zurückkehren
Werden die Zusammenhänge zwischen Mundraum, Kiefer, Nacken und Nervensystem nicht berücksichtigt, bleibt der Körper häufig in alten Spannungs- und Bewegungsmustern gefangen.
Dann können Beschwerden trotz Schienen, Physiotherapie oder anderer Behandlungen immer wieder zurückkehren.
Erst wenn die verschiedenen Einflussfaktoren erkannt und berücksichtigt werden, kann der Organismus dauerhaft neue und gesündere Muster entwickeln.
Mein Ansatz
Deshalb betrachte ich CMD nicht als isoliertes Problem eines Kiefergelenks oder eines einzelnen Zahnes.
Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von:
- Zähnen und Kiefergelenken
- Kaumuskulatur und Haltemuskulatur
- Zunge und Mundraum
- Halswirbelsäule und Körperhaltung
- vegetativem Nervensystem
- möglichen Störfeldern und Entzündungsbelastungen
Durch die Förderung einer stabilen Zungenposition, einer physiologischen Aufrichtung, einer koordinierten Muskelarbeit und einer ruhigen funktionellen Atmung kann sich das Nervensystem regulieren und der Körper Schritt für Schritt wieder in sein Gleichgewicht finden.
Fazit
Kiefer, Mundraum, Nacken und Nervensystem sind untrennbar miteinander verbunden.
CMD ist deshalb häufig nicht nur ein Problem des Kiefers, sondern Ausdruck eines gestörten Zusammenspiels verschiedener körperlicher Regulationssysteme.
Eine nachhaltige Behandlung berücksichtigt alle diese Ebenen.
Denn genau dort beginnt oft die entscheidende Veränderung.
CMD Behandlung Köln – was hilft wirklich bei komplexen Beschwerden?
von Dr. Peter Grewe | 16. Juni 2026 | CMD Experte, CMD-Behandlung | 0 Kommentieren
Bei komplexen CMD-Beschwerden reicht es oft nicht aus, nur auf das Kiefergelenk zu schauen.
Viele Patienten kommen zu uns, nachdem bereits Schienen, Physiotherapie, Osteopathie oder andere Behandlungen durchgeführt wurden. Trotzdem bleiben Beschwerden wie Kiefer-, Kopf-, Nacken- oder Gesichtsschmerzen bestehen.
Deshalb beginnt unsere Diagnostik häufig an einer Stelle, die überraschend klingt: bei den Zähnen und dem Kieferknochen.
Gibt es stille Entzündungen, die den Körper belasten?
Nicht jede Entzündung verursacht Schmerzen. Häufig finden sich sogenannte stille Belastungen im Zahn- und Kieferbereich:
- chronische Entzündungen an Zahnwurzeln
- klinisch unauffällige Kieferzysten
- verlagerte Weisheitszähne
- verbliebene Entzündungsherde nach Zahnbehandlungen
- anhaltende Parodontitis
- chronische Reizzustände im Kieferknochen
Solche Belastungen wirken oft wie ein unterschwelliges Hintergrundrauschen auf das vegetative Nervensystem. Der Körper bleibt in Alarmbereitschaft und kann seine Selbstheilungskräfte nur eingeschränkt aktivieren.
Mit Hilfe der Neuraltherapie lässt sich häufig überprüfen, ob solche Bereiche einen Einfluss auf das Beschwerdebild haben. Sie dient dabei nicht nur als Therapie, sondern oft auch als diagnostisches Werkzeug.
Wie arbeiten Zähne, Muskeln und Nervensystem zusammen?
Im nächsten Schritt betrachten wir das Zusammenspiel der Halte- und Bewegungsmuskulatur im Mund.
Kauen, Schlucken, Atmen und Sprechen sind hochkomplexe Bewegungsabläufe. Bereits kleine Störungen können zu dauerhaften Spannungen im gesamten Muskel- und Fasziensystem führen.
Besonders wichtig sind dabei:
- die Zunge als Kieferhaltemuskel und Kiefergelenk-Stabilisator
- Atmung, Schlucken und Kauen mit aufgerichteter Zunge
- die Lippen- und Wangenmuskulatur und die Nasenatmung
- die richtige Anspannung: die Kaumuskulatur bewegt, die Zunge hält
- die Stellung des Unterkiefers im Mundraum und ihr Einfluss auf die Kopfhaltung
- Mundraumfunktionen und Aufrichtung der Hals-, Nacken- und Schultermuskulatur
Der Mund ist kein isoliertes System. Er ist Teil eines fein abgestimmten Netzwerks, das den gesamten Körper beeinflusst.
CMD verstehen bedeutet, Zusammenhänge erkennen
Bei komplexen Beschwerden suchen wir deshalb nicht nur nach dem Ort des Schmerzes, sondern nach den Faktoren, die den Körper daran hindern, wieder in sein Gleichgewicht zu finden.
Erst wenn stille Belastungen erkannt und die Funktion des gesamten Systems verstanden werden, entsteht oft die Grundlage für nachhaltige Veränderungen.
Unser Ziel ist nicht allein die Behandlung einzelner Symptome, sondern die Wiederherstellung der Regulationsfähigkeit des Körpers.
Was kann ich noch tun, wenn trotz umfangreicher Behandlungen keine Besserung eintritt?
von Dr. Peter Grewe | 16. Juni 2026 | CMD | 0 Kommentieren
Wenn trotz umfangreicher Behandlungen keine Besserung eintritt, ist das für viele Betroffene mit einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) besonders frustrierend. Gerade dann lohnt sich ein genauerer Blick auf die funktionellen Zusammenhänge im gesamten Kiefer-Nacken-System – denn CMD ist selten ein isoliertes Problem des Kiefergelenks.
In solchen Fällen zeigt sich häufig ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Eine überaktive Kaumuskulatur übernimmt zunehmend Aufgaben, die eigentlich von der Haltemuskulatur im Kiefer-, Nacken- und Haltungsbereich getragen werden sollten. Dadurch entsteht ein funktionelles Ungleichgewicht: Die eigentlich stabilisierenden Muskelketten sind erschöpft oder nicht ausreichend aktiviert, während die Kaumuskulatur dauerhaft kompensiert.
Hinzu kommt, dass bei chronischer Überlastung auch der allgemeine Stoffwechsel beeinträchtigt sein kann. Die Folge sind reduzierte Regenerationsfähigkeit, erhöhte Spannungslagen und eine verminderte Belastbarkeit der betroffenen Strukturen. Das System bleibt dadurch leichter in einem Zustand von Daueranspannung „hängen“, ohne in eine stabile Ruhefunktion zurückzufinden.
Wird diese Fehlsteuerung – also die „Umprogrammierung“ der Funktion zugunsten der Kaumuskulatur – nicht berücksichtigt, kann es trotz unterschiedlichster Behandlungen zu ausbleibenden oder nur kurzfristigen Verbesserungen kommen. Entscheidend ist dann nicht mehr nur die lokale Behandlung des Kiefergelenks, sondern die Wiederherstellung der funktionellen Balance zwischen Kaumuskulatur, Haltemuskulatur und dem gesamten neuromuskulären Zusammenspiel.
Ein nachhaltiger Therapieansatz setzt genau hier an: Er zielt darauf ab, Überlastungen zu reduzieren, die Haltefunktion der stabilisierenden Muskelgruppen wieder aufzubauen und die neuromuskuläre Steuerung schrittweise zu normalisieren. So kann das System aus der chronischen Kompensation herausfinden und wieder in eine belastbare, koordinierte Funktion zurückkehren.
Warum helfen Schiene, Physiotherapie oder Osteopathie nicht dauerhaft?
von Dr. Peter Grewe | 16. Juni 2026 | CMD | 0 Kommentieren
Viele Patienten berichten, dass ihre Beschwerden nach einer Schiene, Physiotherapie oder osteopathischen Behandlung zunächst besser werden – nach einigen Wochen oder Monaten jedoch wieder zurückkehren.
Der Grund dafür liegt oft nicht darin, dass die Behandlung „falsch“ war. Häufig wurde eine wichtige Ursache übersehen oder nur ein Teil des gesamten Problems behandelt.
CMD ist selten eine reine Kiefererkrankung. Vielmehr handelt es sich oft um ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren auf körperlicher, nervlicher und emotionaler Ebene.
Stören sogenannte „Bremsen“ die Selbstheilung?
Der Körper verfügt über erstaunliche Selbstheilungskräfte. Diese können jedoch durch dauerhafte Belastungen geschwächt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- stille Entzündungen im Zahn- und Kieferbereich (z. B. chronische Parodontitis, versteckte Zysten oder verlagerte Weisheitszähne)
- anhaltende Stoffwechsel- und Regenerationsstörungen
- chronische Entzündungsprozesse im Körper
- Schlafmangel oder dauerhafte Erschöpfung
Solche Belastungen wirken oft wie ein Hintergrundrauschen im Nervensystem. Der Körper kommt nicht mehr vollständig zur Ruhe und kann Beschwerden nur begrenzt regulieren.
Sind die Halte- und Bewegungsmuskeln im Mund aus dem Gleichgewicht geraten?
Der Kiefer arbeitet niemals allein.
Viele Menschen denken bei Muskulatur zunächst an Rücken, Nacken oder Schultern. Das gleiche Prinzip gilt jedoch auch im Mund.
Damit ein Kiefergelenk entspannt und präzise arbeiten kann, müssen die Haltemuskeln des Kiefers und die Bewegungsmuskeln des Kiefers gut zusammenarbeiten.
Die Haltemuskulatur sorgt für Stabilität und Orientierung. Die Bewegungsmuskulatur sorgt für Kauen, Sprechen und Schlucken.
In meiner Praxis zeigt sich häufig, dass die Haltemuskulatur im Mundbereich ihre Aufgabe nicht ausreichend übernimmt. Die Bewegungsmuskeln müssen dann ständig mitarbeiten, um Stabilität zu schaffen. Die Folge können Muskelverspannungen, Zähnepressen, Kiefergelenkgeräusche, Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen sein.
Deshalb gilt im Mund letztlich derselbe Grundsatz wie im Straßenverkehr:
Erst anschnallen, dann losfahren.
Bevor Bewegung harmonisch stattfinden kann, braucht der Körper Stabilität. Erst wenn die Haltemuskulatur ihre Aufgabe wieder übernimmt, können die Bewegungsmuskeln loslassen und ökonomisch arbeiten.
Eine Schiene kann dabei hilfreich sein. Dauerhafte Beschwerdefreiheit entsteht jedoch häufig erst dann, wenn die Koordination im Mundraum zwischen Halte- und Bewegungsmuskulatur bei der Atmung und beim Schlucken wiederhergestellt wird.
Welche Rolle spielt das Nervensystem?
Menschen mit CMD leben häufig über längere Zeit in einem Zustand erhöhter Anspannung.
Das vegetative Nervensystem befindet sich dann dauerhaft im „Alarmmodus“. Die Muskulatur bleibt angespannt, Regeneration fällt schwer und Schmerzen können sich verselbstständigen.
Deshalb reicht es oft nicht aus, nur Muskeln oder Gelenke zu behandeln. Entscheidend ist, ob das Nervensystem wieder Sicherheit, Ruhe und Regulation findet.
Gibt es emotionale oder psychosoziale Belastungen?
Belastende Lebenssituationen, Konflikte, Überforderung, Sorgen oder lange Phasen hoher Verantwortung können sich im Körper ausdrücken.
Der Kiefer gehört zu den Bereichen, in denen Menschen Spannung besonders häufig festhalten.
Das bedeutet nicht, dass die Beschwerden „psychisch“ sind. Die Schmerzen sind real. Es bedeutet lediglich, dass Körper, Gehirn und Gefühle eng miteinander verbunden sind und gemeinsam betrachtet werden sollten.
Mein Behandlungsansatz
Deshalb frage ich bei einer CMD-Diagnostik nicht nur nach den Zähnen oder dem Kiefergelenk.
Ich suche gemeinsam mit Ihnen nach den Faktoren, die den Heilungsprozess möglicherweise behindern:
- Gibt es stille Entzündungen im Zahn- und Kieferbereich?
- Arbeiten Halte- und Bewegungsmuskulatur im Mund harmonisch zusammen?
- Arbeitet das Nervensystem dauerhaft im Alarmmodus?
- Gibt es körperliche oder emotionale Belastungen, die bisher nicht berücksichtigt wurden?
Erst wenn die wichtigsten Einflussfaktoren erkannt und behandelt werden, kann der Körper seine Selbstheilungskräfte wieder vollständig nutzen. Dann werden Verbesserungen oft nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft möglich
Das Familien-Stellen zeigt: Krankheiten sind Heilungsprozesse für die Seele (Hellinger)
von Dr. Peter Grewe | 5. Juli 2024 | Familien-Stellen, Krankheit, Seele | 0 Kommentieren
Kaum eine andere (Therapie-)Methode hat in den letzten Jahren so große Bekanntheit erlangt wie das Familien-Stellen nach Bert Hellinger.
Durch eine Krankheit meldet sich manchmal was, was der Kranke nicht anerkennen will, zum Beispiel: eine Person, eine Schuld, eine Grenze, seinen Leib, seine Seele, eine Aufgabe und einen Weg, den er gehen muss. Wenn das in Ordnung gebracht ist, kann der Kranke besser leben. Und er kann auch besser sterben, wenn es soweit ist.
Die Methode, mit der solche verborgenen Zusammenhänge ans Licht kommen, heißt Familien-Stellen. Was ist das? Ein Klient wählt, in sich gesammelt ohne Absicht und ohne Ziel, aus einer anwesenden Gruppe Teilnehmer für die wichtigen Personen seiner Familie aus. Die aufgestellten Stellvertreter fühlen dann wie diese Personen, die sie darstellen, ohne dass sie irgendeine Ahnung von denen haben. Sie bekommen sogar deren Symptome, oder plötzlich verändert sich deren Stimme und klingt ähnlich wie die der Personen, die sie darstellen. Es kommt also durch das Familien-Stellen etwas Verborgenes ans Licht, das bisher nicht bekannt war.
Ich kann diesen Vorgang nicht erklären. Es zeigt sich dabei, dass nicht nur der Klient selbst, sondern wildfremde Personen, sobald sie aufgestellt sind, mit einem größeren Feld in Verbindung sind und an einem Wissen teilhaben, das in diesem Feld gegenwärtig ist und mit Hilfe dieses Feldes ans Licht kommen kann.
Zum Beispiel sagte eine Krebskranke: „Die Krankheit ist jetzt da und ich kämpfe dagegen.“ Ich schlug vor: „Wir stellen zwei Personen auf, eine Stellvertreterin für dich und einen Stellvertreter für den Krebs.“ Ihre Stellvertreterin und ihr Krebs standen sich gegenüber. Auf einmal zeigte sich zwischen den beiden eine unglaublich tiefe Liebe. Die Stellvertreterin der Klientin zog es unweigerlich zum Krebs, und die beiden haben sich innig umarmt.
Das scheint uns sehr merkwürdig, wenn wir unsere normalen Konzepte über Krankheit betrachten. Die Klientin erklärte: „Die Person, die ich für den Krebs aufgestellt habe, ist mein Vater.“ Ihr Vater war früh gestorben. Sie hatte eine tiefe Sehnsucht, wieder zu ihrem Vater zu finden und mit ihm vereint zu sein im Tod. Eine unglaublich tiefe Liebe kommt hier zum Ausdruck. Der Krebs kann sie nicht erschrecken und auch nicht der Tod.
Herzwerk an dem was uns bedroht, an dem was wir ablehnen
von Dr. Peter Grewe | 3. Juli 2024 | Familienaufstellung, Herzwerk, Psyche | 0 Kommentieren
Es sind die Bilder von uns, von unserer Kindheit, von unseren Eltern, von unseren unerfüllten Wünschen, von unserer Schuld. Leben wir noch, wenn uns diese manchmal schrecklichen Bilder aus unserer Vergangenheit bestimmen?
Solche Bilder der Vergangenheit werden zu Einsicht, geben Kraft und Liebe, wenn wir sie annehmen als einen Teil, der zu uns gehört. Aus Vergangenheit wird Gegenwart. Denn wir sind erst ganz, wenn in uns sowohl die eine als auch die andere Hälfte, das Gute und das Böse, die Schuld und die Unschuld friedlich nebeneinander existieren.
Wir sind von Bedrohungen umgeben. Die erfolgreiche Bewältigung dieser täglichen Bedrohungen ist für die Homöostase (und das Überleben) von entscheidender Bedeutung. Wir suchen Wasser, wenn wir durstig sind, wir suchen Wärme, wenn uns kalt ist, und wir suchen Schutz, wenn wir Schmerzen verspüren.
Eine übermäßige Verallgemeinerung dieser Schutzverhaltensweisen kann zum Beispiel aus belastenden frühen psychosozialen Erfahrungen in der Kindheit oder durch chronische Schmerzen jeden Alters zu Fehlanpassungen führen.
Die emotionale Abwesenheit der Mutter zu ihrem Kind kann zum Beispiel durch den frühen Tod eines anderen eigenen Kindes das lebende Kind in seiner Hinzubewegung zu Partnern in späteren Beziehungen beeinflussen. Schmerzen bzw. körperliche Bedrohung kann den Blick auf die Welt verändern und die visuelle Wahrnehmung in unseren Bildern überhöhen.
Eine übertrieben hohe visuelle Bedrohung verringert die wahrgenommene Handlungsfähigkeit der Menschen. Sie führt zu Übergeneralisierung von Verhaltensreaktionen auf Bedrohungen. Diese ist ein Kennzeichen vieler klinischer Erkrankungen – von Phobien bis hin zu chronischen Schmerzen. In der Schmerztherapie kann es sinnvoll sein, zuerst solche visuellen Vorurteile zu berücksichtigen, damit neue therapeutische Informationen vom Arbeitsgedächtnis aufgenommen und verstanden werden können. (Erin MacIntyre)
Einsamkeit und CMD!
von Dr. Peter Grewe | 27. Januar 2023 | CMD, Einsamkeit, Psyche | 0 Kommentieren
Das Einsamkeitsgefühl kann krank machen und sich in verschiedene Gewänder kleiden. Es versteckt sich hinter der Geschäftigkeit des Alltags, hinter Suchtverhalten beim Essen, Arbeiten, Trinken, Rauchen, Fernsehen. Sie versteckt sich hinter der Zweisamkeit in einer Paarbeziehung, die keinen Raum lässt für andere Freunde, hinter der Geselligkeit in Netzwerken, die keinen Raum für Nähe mit Einzelnen lässt. Sagen Sie deshalb nicht zu rasch: Ich bin nicht einsam.
Einsamkeit ist ein komplexes Phänomen unserer Zeit und Gesellschaft, dass fast alle betrifft. Dass wir heute so viel über Einsamkeit wissen, haben wir besonders John T. Cacioppo zu verdanken. Er war Professor für soziale Neuro-wissenschaften an der University of Chicago. Er hat gemeinsam mit anderen Forschenden beeindruckende Erkenntnisse zu den Mechanismen und Auswirkungen von Einsamkeit gefunden. Er unterteilt Einsamkeit in 3 Dimensionen, die sich in Kreisen um uns herum anordnen. Intime Einsamkeit im inneren Kreis, Freundschaftseinsamkeit im mittleren Kreis und kollektive Einsamkeit im äußeren Kreis.
Man könnte sagen, am besten wäre es, wir würden in keiner dieser Einsamkeitsdimensionen dauerhaft Einsamkeit empfinden. Ich finde das schwierig. Wer weiß, was in Ihrem persönlichen Leben möglich und sinnvoll ist? Vielleicht ist Ihnen der Preis zu hoch, um die kollektive Einsamkeit zu beenden, weil Sie sich in Gruppen schnell überfordert und bevormundet fühlen? Introvertierten geht das öfter so: Sie haben gute einzelne Freunde, aber keine größere Gemeinschaft, weil ihnen das zu anstrengend wäre. Oder Sie nehmen die intime Einsamkeit in Kauf, weil Ihnen Ihre Unabhängigkeit über alles geht und
die bisherigen Partnerschaften bald wieder auseinander gegangen sind? In jedem Fall können Sie überlegen, in welchen Bereichen Sie Einsamkeit erleben, um sich dann zu fragen, ob es gut für Sie wäre, daran etwas zu verändern. Welche Art von Kontaktvermissen Sie? Was fehlt Ihnen? Wohin und zu wem zieht es Sie? Wo bieten sich bisher ungenutzte Kontaktmöglichkeiten?
Die Ergebnisse des Psychologieprofessers Matthew Lieberman zeigen, wie weitreichend unser Gehirn ein soziales Gehirn ist. Er folgert daraus, dass es evolutionär das Beste für unser Gehirn ist, ständig sozial zu lernen, indem wir die letzte Begegnung verarbeiten, uns auf die nächste vorbereiten und uns so darin üben, die Gedanken und Gefühle anderer Menschen zu lesen und ihre Motivationen zu erkennen. Wir entwickeln immerzu unsere hoch entwickelten sozialen Fähigkeiten weiter, um sozial kompetent zu bleiben und es noch mehr zu werden. Dadurch können wir unser soziales Netz vielfältig und passend gestalten und uns angemessen und kooperativ verhalten.
„Sozial sein“ fördert die Heilung bei CMD
von Dr. Peter Grewe | 20. Januar 2023 | Allgemein, CMD, Psyche | 0 Kommentieren
Holt-Lundstad ging der Frage nach: Verringern starke soziale Kontakte unser Risiko, früh zu sterben? Sie untersuchten 148 Studien mit über 308 000 Teilnehmenden, die über einen Zeitraum von durchschnittlich 7,5 Jahren begleitet wurden, und die sie für ihre Metaanalyse nutzen konnten. In akribischer Feinarbeit werteten sie 148 Studien aus. Sie kamen zu einem Ergebnis, das weltweit in Wissenschaftskreisen Furore machte.
„Sozial“ macht gesünder als alles andere.
Soziale Integration bzw. ein stabiles soziales Netzwerk zu haben, ist die Nummer Eins für ein gesundes langes Leben. Fast gleichauf mit Nummer Zwei noch etwas Soziales: nahe stabile Beziehungen bzw. engste Vertraute, die einen unterstützen. Sozialkontakte schwächen die negativen Effekte von Stress ab. Wir sind biologisch darauf geeicht, zutiefst sozial zu sein und uns in Gemeinschaft normal und entspannt zu fühlen.
Sport zu treiben ist ebenfalls wichtig für ein langes Leben, aber erst an achter Stelle. Behandlung von Bluthochdruck mit Medikamenten: Das sagt erst an zehnter Stelle etwas darüber aus, wie lange wir leben werden.
Wir haben eine 50 Prozent größere Wahrscheinlichkeit, lange zu leben, im Vergleich zu Personen mit nicht stabilen sozialen Kontakten. Und das unabhängig von anderen Ausgangsfaktoren: Wenn also eine Person einen Herzinfarkt hatte und starke soziale Beziehungen hat, sind ihre Chancen auf ein langes Leben um 50 Prozent besser als bei einer anderen Person mit Herzinfarkt ohne gute Beziehungen. Genauso lebt ein gesunder Mensch mit guten sozialen Beziehungen länger als einer ohne gute soziale Beziehungen. Soziale Beziehungen beschützen uns. Sie beeinflussen die Langlebigkeit viel mehr als andere Risikofaktoren für Sterblichkeit wie Übergewicht oder körperliche Untätigkeit. (Ulrike Scheuermann)
CMD-Therapie als Einheit von Schmerzursache und Schmerzerfahrung
von Dr. Peter Grewe | 8. November 2022 | CMD, Psyche, Schmerz | 0 Kommentieren
Wenn der Schwerpunkt der Behandlung auf der Schmerzerfahrung liegt und nicht nur darauf, die Ursache des Schmerzes zu finden, werden die potenziellen Vorteile für Patienten, die das Verständnis und eine bessere Lebensqualität suchen, erweitert.
Als Kliniker und Mensch bin ich zu dem Vertrauen gekommen, dass Körper und Geist untrennbar miteinander verbunden sind, innerlich mit unserem Selbstgefühl und äußerlich mit unserer Umgebung. Menschen, die im Leben gedeihen, leben auf einem Niveau, das über „nur überleben“ hinausgeht. Patienten erleben ihre Beschwerden sehr oft als Bedrohung in ihrem Leben. Sie präsentieren sich mit dem Wissen, dass etwas nicht richtig ist, und sehr oft dominiert sie der Schmerz. Die „Embodied Predictive Processing“ (EPP)-Schmerztheorie bietet eine neue Sichtweise. Darin eingebettet ist die Fähigkeit, als Kliniker die Geschichte des Patienten zu sehen und zu hören für einen Weg, der offen ist für alle Überlegungen, einschließlich Emotionen, Kognitionen, Wahrnehmungen und Handlungen, und offen ist für gemeinsame Lernwege.
Heute wird angenommen, dass das Gehirn Vorhersagen über seine Erfahrungen macht und auswertet. Es ermittelt die Wahrscheinlichkeit eines kommenden Ereignisses auf Basis vorheriger Erfahrungen. Wissenschaftler vermuten, dass die Emotionen hilfreiche Zustände sind, die das Gehirn erzeugt, um Vorhersagefehler über interne Signale wie Körpertemperatur, Herzfrequenz oder Blutdruck zu minimieren. Bei emotionaler Aufregung etwa weiß das Gehirn sofort, dass sich all diese physiologischen Faktoren ändern. So entsteht womöglich auch das Konzept des „Selbst. Je weniger Vorhersagefehler bzw. „falsche“ Erwartungen vom Gehirn „vorausberechnet“ werden (s. „Predictive Processing“) umso besser gelingt die Selbstregulation bzw. Homöostase beim Patienten.
Diese Schmerztheorie ermutigt Kliniker aller Berufe, darüber nachzudenken, wie Konzepte der Selbstregulation, Selbstorganisation und des Selbstmanagements es einem Patienten ermöglichen können, sich an „Resourcen-Strategien“ zu beteiligen. Ein solcher Ansatz könnte in Form einer absichtlichen Auseinandersetzung des Patienten mit nicht schädlichen Stimuli zur Genesung bestehen. Es werden dabei neue Aktionszustände stimuliert, um den sensorischen Anforderungen der Aktivität gerecht zu werden. Dadurch können beim Patienten neue Überzeugungen in der Schmerzerfahrung antrainiert werden, die die Wahrnehmung des Schmerzes verändern können.
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